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Siehe auch: Kodex (Dragon Age: Inquisition)

Kodexeintrag

Die Schilderung, wie die drei Schwestern reagieren, als sie den Belle Marche betreten, ist nahezu immer gleich. Sheryse, die Abenteuerlustigste, ist von all den Anblicken und Klängen auf dem Markt derart fasziniert, dass sie mögliche Gefahren nicht im Geringsten schrecken. Marie ist die Bissige, die allem, was sie sieht, mit Misstrauen begegnet und ständig spitze Bemerkungen macht, sich aber dennoch von ihren Schwestern überallhin mitschleifen lässt. Brielle schließlich ist immer die Unschuldige. Sie wird als unbedarft und arglos dargestellt, wie ein Reh, das sich in der Wildnis verlaufen hat. Und doch ist sie am Ende der Geschichte diejenige, die sich am stärksten von den Fesseln ihres früheren Lebens befreit.

Der erste Ort, den die Mädchen aufsuchen, ist zumeist die Weiße Rose, ein berüchtigtes Etablissement im Belle Marche. Während den adeligen Gästen dort tagsüber Tee und Kuchen serviert werden, verwandelt es sich bei Nacht in ein Freudenhaus voller männlicher und weiblicher Liebesdiener in eleganter Kleidung. Die Mädchen gehen dorthin, weil das Gebäude von außen so einladend wirkt - wie ein Ort, an dem sie dem Gedränge des Marktes entfliehen können. Marie erkennt als Erste, dass die "freundlichen Edelmänner" nicht das sind, was sie zu sein scheinen. Brielle ist empört, und Sheryse stürzt trotz der Einwände ihrer Schwestern davon, um mit einem dieser Männer zu tanzen. Das führt zu einer wilden Jagd durch die Weiße Rose, bei der Marie und Brielle von einem Zimmer ins nächste stolpern und sich dort verschiedenen Gästen gegenübersehen (nicht selten wird dabei auch Kaiserin Celene persönlich genannt). Während Marie diesen Gästen mit beißender Kritik begegnet, ist nun auch Brielle derartig fasziniert, dass sie sich entführen lässt, als Marie gerade nicht hinsieht. Angewidert ergibt sich Marie in ihr Schicksal und raucht gemeinsam mit einem Zwerg aus einer sonderbaren Vorrichtung eine verbotene Substanz. An diesem Punkt der Geschichte taucht La Bête, die verzweifelte Anstandsdame der Mädchen, in der Weißen Rose auf, woraufhin die Dinge wirklich interessant werden.

Die Einzelheiten unterscheiden sich zwar, aber am Ende dieses Teils der Geschichte steht die Weiße Rose immer in Flammen, nachdem sich La Bête durch ganze Legionen ahnungsloser Gäste geprügelt hat. Die drei Schwestern hingegen werden von einem charmanten Elfen durch die Hintertür nach draußen geführt - nichts ahnend, dass in dem Haus, das sie gerade verlassen, irgendetwas im Argen liegt. Meines Wissens nach wurde die Weiße Rose jedoch niemals niedergebrannt und leistet sich außerdem ganze Heerscharen von Wachen, was derartige Geschehnisse äußerst unwahrscheinlich macht. Erstaunlicherweise ändert das jedoch nichts daran, dass die Leute selbst in Val Royeaux darauf beharren, diese Geschichte sei wahr.

- Aus Geschichten aus Val Royeaux, von Lord Werner Jauquin

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