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Siehe auch: Kodex (Dragon Age: Inquisition)

Kodexeintrag

Von Varric Tethras

So langsam gingen Donnen Brennokovic die Spuren aus, denen er folgen konnte. Ihm blieben nur noch zwei Wochen bis zu seinem Ruhestand, nur noch zwei Wochen, um den Mann zu finden, der einen Magistrat und einen Adeligen der Oberstadt ermordet hatte - zumindest, falls ihn Hauptmann Hendallen nicht vorher aus der Wache werfen würde.

An den Docks stank es nach Pisse und verfaultem Fisch. Der Geruch war ebenso abstoßend wie die Männer und Frauen, die hier arbeiteten. Doch dies war der Ort, an dem Donnen die Piratenkapitänin Belladonna finden würde, die in das Haus des Comte de Favre eingebrochen war.

Die Drachenjuwel war ein großes Schiff. Sie mochte große Schiffe. Die spitzen Dinger erhoben sich majestätisch über das Wasser. Der rundliche, hölzerne Teil wirkte, als könnte er eine ganze Armada unter seinem ... verdammt, was weiß ich ... Holz zermalmen. Es war das größte Schiff in der Geschichte der Schiffe.

Doch selbst von den Docks aus konnte Donnen spüren, dass etwas nicht stimmte.

Er rannte die Planke hinauf und fand auf Deck einen toten Seemann sowie eine Blutspur, die in den Laderaum führte. Donnen zog sein Schwert und folgte ihr. Seine Augen hatten sich noch nicht an das Dämmerlicht der unteren Decks gewöhnt, als er einen zweiten toten Seemann fand. Man hatte ihm den Bauch aufgeschlitzt und ihn einfach dort liegen lassen. Der Körper war noch warm. Das Schiff ächzte bei jeder Welle, die es traf. Donnen hielt den Atem an und schlich tiefer in den Laderaum hinein.

Um ein Haar hätte er die Klinge nicht mehr abwehren können.

Stahl traf klirrend auf Stahl. Donnen parierte einen zweiten Streich, noch immer halb blind in der Düsternis. Der dritte Angriff kam durch und hinterließ eine üble Schnittwunde auf seinem Unterarm.

"Niemand greift meine Mannschaft an, du verdammter Scheißhaufen!", fluchte die Angreiferin, und Donnen erkannte ihre Stimme.

"Aufhören! Ich gehöre zur Stadtwache von Kirkwall!", schrie er, während er sein Schwert gerade noch rechtzeitig nach oben riss.

"Ihr schon wieder!" Donnens Augen begannen, sich endlich an die Dunkelheit zu gewöhnen, sodass er Kapitänin Belladonna erkennen konnte. Ihre rechte Hand war auf ihre Rippen gepresst, in ihrer Linken hielt sie einen Dolch, und sie war so voller Blut, dass sich Donnen sicher war, dass es nicht allein von ihr stammte. Sie sah ihn finster an. "Vor nicht einmal fünf Minuten hätte ich die Wache brauchen können. Ihr seid so nutzlos wie eh und je." Widerwillig senkte sie ihre Waffe.

Auch Donnen steckte sein Schwert weg. "Wer hat das getan?"

"Keine Ahnung. Ich hatte keine Zeit, ihn zu fragen." Sie rümpfte die Nase. "Der Bastard hat zwei meiner Männer getötet, bevor ich ihm die Hand abgeschlagen habe und er geflohen ist." Sie zeigte vage in Richtung des hinteren Teils des Laderaums. "Sie ist irgendwo da drüben."

"Hat er die Lieferung des Comte mitgenommen?", fragte Donnen.

"Nein. Aber wenn es darum geht, könnt Ihr sie haben." Sie humpelte zu einer Truhe und entnahm ihr ein verschnürtes Bündel Stoff, das sie Donnen vor die Füße warf. "Und jetzt verzieht Euch."

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