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Siehe auch: Kodex (Dragon Age: Inquisition)

Kodexeintrag

Von Varric Tethras

Donnen Brennokovic durchsuchte das Büro des Comte de Favre. Der Comte war tot, ermordet, während er sich bewaffnet in seinem eigenen Haus verbarrikadiert hatte. Die Zimmer der Bediensteten waren allesamt leer, und den herausgerissenen Schubladen und leeren Truhen nach zu urteilen, waren sie in großer Eile fortgeschickt worden. Der Comte hatte zweifelsohne mit Schwierigkeiten gerechnet, und die Schwierigkeiten hatten ihn auch gefunden.

Der Comte hatte all seine Briefe aufbewahrt. Jahrzehnte der Korrespondenz, augenscheinlich sortiert nach dem Königreich der jeweiligen Verfasser, füllten seinen Schreibtisch. Donnen ging die Briefe durch und suchte nach dunklerer Tinte, frischeren Seiten, nach Hinweisen darauf, dass sie erst kürzlich geschrieben wurden.

Dann erklang das berstende Geräusch der Vordertür, die von irgendjemandem eingetreten wurde.

"Hey, Mylord Pluderhose! Schwingt Euren Arsch hier runter!"

Jevlan und Donnen rannten in die Empfangshalle.

Über der zersplitterten Tür stand eine Frau, deren Augen noch heller funkelten als die Dolche in ihren Händen.

"Ihr da!", fuhr sie die Gardisten an. "Wo ist dieser aufgeblasene Comte? Ich muss ein paar Worte mit ihm wechseln. Eines von ihnen wird 'Münzen' sein, ein anderes 'sofort'".

"Ihr redet mit der Stadtwache von Kirkwall!", fuhr Donnen sie an. "Und das hier ist ein Tatort! Identifiziert Euch."

"Ihr seid also Wachen, was?" Mit einem hämischen Grinsen zwinkerte sie ihm durch die Dunkelheit zu. "Zwei Männer, die ohne Verstärkung vor der Tür im Dunkeln durch das Haus eines Adeligen schleichen. Das sieht mir allerdings nach einem Tatort aus."

Donnen blieb hart. "Euer Name."

"Belladonna. Kapitänin Belladonna von der Drachenjuwel." Sie vollführte eine ausladende Verbeugung, wobei es ihr irgendwie gelang, sie wie eine Beleidigung wirken zu lassen. "Also, wo ist dieser verdammte Comte?"

"Er ist tot", antwortete Donnen, wobei er auf ihre Reaktion achtete. "Ihr wisst nicht zufällig etwas darüber, oder?"

Sie schenkte ihm ein säuerliches Lächeln. "Glaubt mir, Herzchen, ich hätte ihn bestimmt nicht getötet, bevor er mich bezahlt hat."

"Welcher Art waren Eure Geschäfte mit dem Comte?", warf Jevlan zu Donnens Überraschung ein. Er hatte beinahe vergessen, dass sein Partner auch anwesend war.

"Es ging um eine Warenlieferung.", antwortete sie dem Rekruten mit finsterem Blick. "Er hatte mich angeheuert, einige Artefakte zu überbringen. Ich liege jetzt schon seit zwei Wochen vor Anker, ohne bezahlt worden zu sein." Dann wandte sie den Blick nach oben auf die Galerie über der Eingangshalle und rief, "Ist jemand hier? Wenn Ihr diesen Plunder wollt, kommt heute Nacht zu den Docks und bezahlt mir fünfzig Sovereigns dafür. Ansonsten schmeiße ich ihn ins Meer." Mit diesen Worten machte sie auf dem Absatz kehrt und ging.

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