FANDOM


Siehe auch: Kodex (Dragon Age: Inquisition)

Kodexeintrag

Von Varric Tethras

Donnen Brennokovic hatte noch nie viel für Förmlichkeiten übrig. Ohne den Wachen auch nur zuzunicken, schritt er durch die Kaserne und riss die Tür zum Büro des Hauptmanns auf.

Der Morgen war gerade erst angebrochen, doch Hauptmann Hendallen war bereits hinter einem Stapel von Unterlangen, höher als die Vimmark-Berge, begraben. Alles, was Donnen von ihr sehen konnte, waren ihr feuerrotes Haar und ihr wütender Blick, der schon mehr als einen Taschendieb von der Tat abgehalten hatte.

"Hauptmann, ich brauche einen Haftbefehl für den Comte de Favre." Schon, als er diese Worte sagte, wusste Donnen, dass sie ein Fehler waren.

Der Hauptmann stand auf. "Brennokovic." So, wie sie seinen Namen aussprach, klang es wie eine Kerkertür, die scheppernd ins Schloss fällt. "Wo ist mein Bericht über die Leiche auf dem Oberstadt-Markt?" Es war die Art von Frage, die man einem Kind stellen würde, das die Schule geschwänzt hatte. Die Art von Frage, bei der man die Antwort längst kennt und nur sehen will, wie sie jemand schuldbewusst windet.

"Ich schreibe ihn, nachdem ..."

"Ihr schreibt ihn jetzt, Gardist." Sie trat hinter ihrem Schreibtisch hervor. "In meiner Kaserne halten wir uns an die Vorschriften."

"Ein Magistrat wurde während meiner Wache ermordet, Hauptmann." Donnens Stimme wurde schärfer. Es konnte sein Temperament in ihrer Gegenwart nie zügeln. "Ich werde den Mörder nicht einfach entkommen lassen."

"Ihr habt den Tatort verlassen, ohne den Markt gründlich abzusuchen." Hendallen begann auf und ab zu gehen, ihre Stimme war kalt wie Stahl. "Ihr habt die Witwe eines Magistrats belästigt. Und Ihr habt einem Comte quasi die Tür eingetreten." Sie drehte sich um und funkelte ihn wütend an. "Und das alles noch vor Sonnenaufgang! Wenn Ihr einen Haftbefehl wollt, solltet Ihr mir besser stichhaltige Beweise liefern."

"Ich weiß, dass uns de Favre nicht alles erzählt!", beharrte Donnen. "Lasst mich ihn festnehmen und ..."

"Vergesst es." Sie ging zurück zu ihrem Stuhl. "Ihr habt nichts in der Hand. Und Ihr werdet niemanden nur wegen eines Gefühls festnehmen, Brennokovic."

"Aber Hauptmann!", protestierte er. Hinter ihrem Papierstapel bedeutete sie ihm zu schweigen.

"Ihr steht zwei Wochen vor Eurem Ruhestand, Gardist. Wenn Ihr lange genug bei der Wache bleiben wollt, um Eure Altersbezüge zu erhalten, befolgt Ihr besser die Vorschriften. Bringt mir Beweise und hört auf meine Zeit zu verschwenden. Ihr könnt wegtreten."

Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA , sofern nicht anders angegeben.