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Siehe auch: Kodex (Dragon Age: Inquisition)

Kodexeintrag

Großherzog Florian sollte eigentlich niemals den orlaisianischen Thron besteigen. Sein älterer Bruder, Kaiser Judicale II., hatte zwei Söhne, Zwillinge, und somit eine gesicherte Erbfolge. Florian konnte sich deshalb anderen Interessen widmen, die sich nicht im Geringsten um das Spiel drehten. Um genau zu sein, wurde er vom kaiserlichen Hofe weitestgehend ignoriert, was ihm durchaus entgegenkam. So ist aus dieser Zeit auch lediglich überliefert, dass er heiratete und eine Tochter bekam, an der er später nur wenig Interesse zeigte.

Der Ausbruch des Hunderttagehustens im Jahre 8:77 des Gesegneten Zeitalters durchkreuzte seine Pläne. Judicales Söhne und auch Florians Tochter starben. Von seiner Trauer überwältigt, verlor Judicale jegliches Interesse an der Herrschaft. Er übertrug sämtliche Aufgaben hinsichtlich der Rebellion in Ferelden an seine Berater und verbrachte seine Zeit stattdessen mit der Fuchsjagd auf dem Land. Als Judicale im Jahre 8:84 des Gesegneten Zeitalters während einer dieser Jagden von seinem Pferd abgeworfen wurde, fand sich Florian urplötzlich auf dem Thron wieder. Seine berühmte Antwort gegenüber den Chevaliers, die ihm die Nachricht auf seinem Anwesen überbrachten, lautete: "Das kommt überhaupt nicht infrage."

Florian war ein leicht exzentrischer Mann, der die Abgeschiedenheit liebte, weshalb er seine Auftritte bei Hofe auf das Nötigste beschränkte und sich beinahe ausschließlich mit Mitgliedern seiner Familie umgab. Darüber hinaus war er in Fragen der Kleidung und Körperflege ausgesprochen eigen. Er zog bequeme Kleidung der aktuellen Mode vor und lehnte es ab, Schminke oder Puder zu tragen, da er es hasste, sich "schmutzig" zu machen. Ebenso mächtige wie einflussreiche Adelige, die seit den Zeiten seines Vaters im Amt gewesen waren, mussten ihre Kabinettsposten zugunsten eines jüngeren Bruders Reynaud, seiner Schwester Melisande sowie seiner Vettern räumen. Kinder, selbst die der Bediensteten, wurden gänzlich aus dem Palast verbannt - die einzige Ausnahme bildeten seine Nichten und Neffen, dies jedoch auch nur unter der Bedingung, dass sie dem Kaiser niemals unter die Augen kämen.

Was Behauptungen, Florian und sein jüngster Vetter Meghren seien Liebende gewesen, betrifft, so ist die Wahrheit unklar. Sollte es eine derartige Beziehung gegeben haben, wurde sie zweifelsohne aufgrund von Florians Abneigung gegen die Öffentlichkeit geheim gehalten und nicht aus Angst vor Gerüchten. Diese entsprangen vielmehr der Weigerung des Kaisers, ein weiteres Kind zu zeugen, um die Erbfolge zu sichern - viele glaubten, dieses Versäumnis würde das Land letztlich in einen Bürgerkrieg stürzen. Der einzige echte Beweis für eine Beziehung zwischen dem Kaiser und Meghren ist ein lautstarker und äußerst öffentlich ausgetragener Streit zwischen ihnen vor Meghrens Ernennung (oder seiner Verbannung, wie er es sah) zum König von Ferelden. Meghren soll Florian angeblich "mein Liebster" genannt haben, doch keiner der beiden war später zu einer Erklärung bereit.

Die Furcht vor einem Bürgerkrieg hätte sich nach Florians Tod im Jahre 9:19 des Zeitalters der Drachen beinahe bewahrheitet. Das es keinen direkten Thronfolger gab, kam es zu heftigen Auseinandersetzungen, die das Reich zu spalten drohten, bevor die Krone letztlich an Celene ging, die einzige Tochter von Großherzog Reynaud.

- Aus Die Kaiser von Orlais, von Bruder Harlon Ascari

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