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Siehe auch: Kodex (Dragon Age: Inquisition)
Sowie: Erhabener Marsch

Kodexeintrag

Die Geschichte, die die Kirche über den Erhabenen Marsch gegen die Dales erzählt, malt das Bild von rechtschaffenen Gläubigen, die gegen ketzerische Wilde ins Feld zogen. Ich habe mich jedoch lange und eingehend mit den Dales befasst und muss sagen, dass die "anerkannte" Version dieser Geschichte erbärmlich und voller Schönfärberei zugunsten der Kirche und der Menschen ist. Insofern habe ich die moralische Pflicht, eine andere Interpretation darzulegen: dass der Erhabene Marsch gegen die Dales nichts weiter war als ein Eroberungsfeldzug, versteckt hinter der Maske des Glaubens.

Man kann auf jeder Karte leicht sehen, wie groß die Dales sind. Noch wichtiger jedoch ist, dass sie zwischen Orlais und dem restlichen Süden liegen und somit ein erhebliches Hindernis für die Expansion des Kaiserreiches nach Ferelden bedeutet hätten. Da waren wir natürlich gerne bereit, unseren Vorteil aus den Geschichten über ein feindseliges, vernunftloses Volk zu ziehen, das unschuldige Missionare angreift und süße andrastische Säuglinge für Blutopfer nutzt. Die Wahrheit hingegen ist höchstwahrscheinlich, dass die Elfen schlichtweg die Herrschaft über ihre Länder, die ihnen von der gesegneten Andraste selbst versprochen worden waren, nicht aufgeben wollten, als die Menschen die deutliche Absicht zeigten, ihre Eigenständigkeit zu untergraben.

Natürlich haben sich die Elfen als Reaktion darauf immer weiter abgeschottet, was Orlais äußerst gelegen kam. Die Dales präsentieren sich als ein Königreich, das jegliche diplomatischen Angebote zurückwies und sich darüber hinaus während der zweiten Verderbnis geweigert hatte, Hilfe zu leisten, als Montsimmard von Dunkler Brut angegriffen wurde. Da konnte das Reich der Dalish doch nichts anderes sein als eine schlafende Bedrohung, die beseitigt werden musste, bevor sie erwachte.

Scholaren verweisen gerne darauf, es sei das Massaker in Rotkreuz gewesen, was die Kirche letztlich dazu veranlasste, einen Erhabenen Marsch gegen das Elfenreich in den Dales auszurufen. Was sie dabei allerdings gerne übersehen, ist die Tatsache, dass niemand mehr lebt, der wirklich weiß, was in Rotkreuz geschehen ist oder was die Elfen zu dem Angriff veranlasst hatte. Die Reaktion der Kirche auf den Überfall durch die Elfen, der den Tod Hunderter zur Folge hatte, war jedenfalls vorhersehbar. Vielleicht sollten wir die Ereignisse in Rotkreuz deshalb auf Grundlage meiner These erneut untersuchen. Wir sollten uns fragen, ob der Angriff wirklich grundlos erfolgte oder ob womöglich jemand bereit war, ein ganzes Dorf zu opfern, um die Unterwerfung eines gesamten Volkes zu rechtfertigen.

- Aus Eine neue Sichtweise auf den Erhabenen Marsch, ein Pamphlet eines anonymen Verfassers, veröffentlicht von der Universität von Orlais im Jahre 9:12 des Zeitalters der Drachen

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