- Siehe auch: Kodex (Dragon Age: Inquisition)
Kodexeintrag
Was landet in den Kochtöpfen der Avvar? Die Frage sollte besser lauten: Was landet nicht darin? Da sie derart weit von den köstlichen Süßspeisen und Soßen Val Royeaux' entfernt sind, ebenso wie von den reichhaltigen Kuchen und reifen Käsesorten, die sich in Ferelden derartiger Beliebtheit erfreuen, müssen die Avvar von dem Leben, womit auch immer sie ihre Bergtäler versorgen. Nichts ist zu bescheiden für ihren Geschmack - von den kleinen, fleischigen Schnecken, die an den Felswänden zu finden sind, bis hin zu den Farnspitzen, die sie im Frühling ernten. Das soll natürlich nicht heißen, dass sich die Avvar nicht auch von gefährlicheren (dafür aber auch deutlich sättigenderen) Speisen ernähren. Hirsche, Widder, Gurguts und Pirscher sind allesamt denkbare Optionen für ihre gemeinschaftlichen Abendessen am Feuer. "Flachländer"-Gewürze wiederum sind bei ihnen zwar nicht unbekannt, gelten aber als Delikatessen, die ausschließlich bei Festen verwendet werden (So waren meine Abschiedsgeschenke an den Thane des Fennekzahn-Stammes auch - auf sein Bitten hin - jeweils zehn Gläser, gefüllt mit schwarzen Pfefferkörnern, gemahlenem Senf sowie antivanischen Kordsamen.)
Hinsichtlich ihrer Kochgewohnheiten steht bei den Avvar die Zweckmäßigkeit im Vordergrund. Eintöpfe sind äußerst beliebt, da sie ohne großen Aufwand bis zum Anbruch der Nacht vor sich hinköcheln können. Stämme, die an einem See oder Fluss leben, wickeln häufig Fische in Ton und stark riechende Blätter ein und lassen sie den ganzen Tag über aufgehäuften Kohlen backen. Der Großteil der Nahrungszubereitung ist bei den Avvar jedoch auf den Winter ausgerichtet. Vom ersten Frühlingstau an ist der gesamte Stamm damit beschäftigt, Fleisch zu räuchern, Gemüse einzulegen und Früchte zu trocknen, um sie dann in Vorbereitung auf die lange Dunkelheit in einfachen Erdkellern aufzutürmen.
Trotz dieses Wettlaufes gegen die Jahreszeiten legen die Avvar jedoch freigiebig große Stücke Fleisch sowie haufenweise saftige Beeren auf hölzerne und steinerne Platten, die sich überall in ihrem Dorf finden. Sie glauben, diese "Opfergaben" würden eine sonderbare Ansammlung von Wesen besänftigen, die im Wald leben und von ihnen als "Götter" bezeichnet werden. Ein kluger Reisender bemüht sich, nicht über andere zu urteilen, insbesondere, da mir jegliche angebrachte Gastfreundschaft zuteilwurde, aber ich werde mich nie daran gewöhnen, dass ein derart praktisches Volk so viel gute Nahrung verkommen lässt.
- Aus Die fernen Reisen des Marquis d'Lussard mit einem Schwertpunkt auf Speisen und Getränken, vollständig illustriert durch den Autor selbst